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Upfronts 2017: Die neue Rolle der Produktionsstudios

Upfronts 2017: Die neue Rolle der Produktionsstudios

Die diesjährigen Upfronts haben eines gezeigt - entscheidend bei der Verlängerung und Neubestellung von Serien der großen fünf US-Broadcaster ist nicht mehr unbedingt deren Zuschauererfolg oder Qualität, sondern der Name des Produktionsstudios hinter den Serien.

Bisher war es mitunter ein munteres Durcheinander, was die Produktionsstudios und Broadcaster anging. So produzierte beispielsweise Sony eine Serie für CBS, Warner Brothers für NBC. Dieses harmonische Miteinander scheint es nun nicht mehr zu geben, denn die Broadcaster scheinen nun alles in einer Hand bzw. einem Unternehmen haben zu wollen.

Der Grund ist einfach: Geld. Publik wurde die neue Praxis bereits kurz vor den Upfronts, was die Beispiele "Blindspot" und "Timeless" bei NBC gezeigt haben (mehr dazu hier).

Bisher waren die Produktionsstudios die großen finanziellen Gewinner je länger eine Serie gedauert hat, während sie zugleich für die Broadcaster mit zunehmender Länge immer teurer wurden. Der Hintergrund ist einfach: Neue Serien starten mit überschaubaren Gagen der Hauptdarsteller, da zunächst der Erfolg nicht absehbar ist. Nach spätestens drei Staffeln wird aber neu verhandelt, mitunter vervielfachen sich die Gagen der Darsteller dabei, der verantwortliche US-Broadcaster muss für die Weiterproduktion also tiefer in die Tasche greifen.

Für die Produktionsstudios wird es hingegen immer lukrativer. Denn je länger eine Serie läuft, desto mehr internationale Rechte, Streamingrechte, Heimkinorechte und Wiederholungsrechte können verkauft werden. Bei Letzteren handelt es sich um die sogenannte Syndication. Üblicherweise werden ab einer Länge von 100 Episoden die Wiederholungsrechte einer Serie an US-Kabelsender verkauft - die pro Episode dann noch einmal eine bis zu drei Millionen Dollar zahlen - wohlgemerkt pro Folge - diese Einnahmen fließen aber nur in die Kassen des Produktionsstudios. Die Broadcaster haben hiervon nichts, auch nichts von den internationalen Rechten.

Konsequenz: Die Broadcaster wollen dies verändern und alles unter einem Dach haben. Bei allen Serienneubestellungen in diesem Jahr ist bei jedem Broadcaster das zu dessen Firmenstruktur gehörende Produktionsstudio beteiligt oder zumeist auch alleiniger Produzent. Bei Branchenprimus CBS sind dies die CBS Studios, bei CW beispielsweise Warner, bei FOX ist es 20th Century Fox usw. Somit verbleiben die Einnahmen künftig zumindest in der Firmenstruktur der Broadcaster.

Schwieriger wird es damit für andere Produktionsstudios. Sie müssen teils andere Offerten machen. Bei NBC floss laut US-Medienberichten daher Geld. So zahlte Warner für die Verlängerung von "Blindspot" 20 Millionen Dollar an NBC, von Sony kamen für eine zweite Staffel "Timeless" weitere 15 Millionen Dollar.

Die finanzielle Seite spielt also künftig eine noch größere Rolle im US-Fernsehen. Serienmacher werden sich künftig noch genauer überlegen müssen, von welchem Produktionsstudio sie eine potenzielle neue Serie produzieren lassen. Für kleinere Studios, die nicht direkt an Broadcaster angeschlossen sind, dürfte es künftig ganz schwer werden, einen Fuß in die Tür der Broadcaster zu bekommen.

Eine komplette Übersicht über die Upfronts gibt es hier...

19.05.2017 0 Kommentare

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